Die Helmsammlung der Feuerwehr Brunnthal

Feuerwehrhelme waren in den Anfangszeiten der Freiwilligen Feuerwehren nicht nur ein wichtiger Kopfschutz, sondern auch ein oft prunkvoller Bestandteil der Uniform.

In den letzten Jahrzehnten wurde aus den meist nach militärischem Vorbild gefertigten Helmen eine speziell konstruierte und auf ihren Zweck, den größtmöglichen Schutz des Trägers, aus- gerichtete schmucklose Kopfbedeckung, die sich in den verschiedensten Epochen entwickelte.

Die Feuerwehr Brunnthal ist im stolzen Besitz solch einiger alten Feuerwehrhelme, die die einzelnen Jahrzehnte und Zeiten widerspiegeln.

Die wohl ältesten Helme, darunter auch einige aus Messing, wurden in der Brunnthaler Feuer- wehr getragen und können in unseren Vitrinen besichtigt werden. Diese Schutzhelme wurden bei Einsätzen um das 18. bis 19. Jahrhundert getragen.

Zu dieser Zeit trug auch das Militär Lederhelme, zum Teil mit reicher Verzierung. Diese sogenannten "Pickelhauben" mussten von Zeit zu Zeit erneuert werden. Was lag näher als gebrauchte Militärhelme günstig zu erwerben und leicht modifiziert als Schutzhelm bei der Brandbekämpfung zu tragen. Besonders Feuerwehren ärmerer Gemeinden machten gerne von dieser Möglichkeit Gebrauch. Im süddeutschen Raum, besonders in Bayern, setzten sich mehrheitlich die Messinghelme durch. Jedoch gab es keine festen Regeln.

Ab 1933 reglementierte das nationalsozialistische Regime jede Einzelheit der Uniformierung und Ausrüstung, auch der Feuerwehren. Es wurden Normen geschaffen, die eine Vereinheitlichung der Produktion zum Ziel hatte. Als Feuerschutzhelm wurde 1934 ein Stahl- oder Aluminiumhelm in ähnlicher Form wie der Wehrmachtsstahlhelm, jedoch mit Kamm und Nackenschutz aus Leder vorgeschrieben. Es gab indes auch kleine Feuerwehren, die bis in die fünfziger Jahre ihre alten Leder und Messinghelme trugen. Im November 1938 wurden die Feuerwehren in die Polizei überführt. Berufsfeuerwehren wurden Feuerschutzpolizei. Freiwillige-, Pflicht- und Werkfeuerwehren wurden zur Hilfspolizei (Feuerlöschpolizei). Uniformen und Feuerwehrfahrzeuge wurden grün. Die Form des neuen Helmes wurde mehrmals leicht geändert. So mussten ab Kriegsanfang die Kämme der Helme entfernt werden. Das Aluminium wurde zur Flugzeugproduktion gebraucht. Die vorhandenen Löcher wurden mit Blechnieten verschlossen. Am Ende des zweiten Weitkrieges lag das Feuerwehrwesen am Boden. Fahrzeuge und Ausrüstung waren zum großen Teil zerstört. Der Neuanfang war schwierig und langwierig. Alles wurde getragen: Luftschutzhelme, Wehrmachtshelme, alte Feuerwehrhelme. Die Parteiembleme wurden abgekratzt oder übermalt. In Bayern wurden die Helme rubinrot lackiert und bis in die sechziger Jahre so getragen. Zunächst schwarz lackiert, führte man etwa ab 1965 eine nachleuchtende hellgrüne Sicherheitslackierung ein, die den Feuerwehrmann in der Dunkelheit besser erkennbar machte.

Mit der Gründung der Europäischen Gemeinschaft machten sich bald neue Normenausschüsse ans Werk, die alle Dinge des täglichen Lebens neu zu klassifizieren hatten: Die EU-Norm wurde geboren. Die Helmschale durfte keine elektrisch leitenden Teile aufweisen. Der Kunststoffhelm war wieder auferstanden. Neue Werkstoffe ermöglichten neue Formen.

Die Zukunft wird zeigen, wohin die Reise geht.

Ein großes Dankeschön geht an unseren Ehrenkommandanten Gerhard Vorleitner, der sich der Sache seinerzeit angenommen hat und dafür sorgte, das die Sammlung immer wieder neu gewachsen ist.

Text: Norbert Loy